782
Erste Erwähnung Eberstadts in einer Urkunde des
Klosters Lorsch.
9. Jahrhundert
Erste Erwähnung Arheiligens im Zinsregister der
Abtei Seligenstadt.
1013
Kaiser Heinrich II. verleiht am 21. Juni dem Bischof
von Würzburg die Grafschaft Bessungen.
Würzburg belehnt später die mittelrheinischen
Grafen von Katzenelnbogen mit Bessungen. Ende
des 11. Jahrhunderts wird "darmundestat" zum
ersten Mal erwähnt.
vor 1173
Erste urkundlichen Erwähnung Wixhausens.
23.7.1330
Die Grafen von Katzenelnbogen erlangen von
Kaiser Ludwig dem Bayern Stadtrechte für Darmstadt; bald
darauf beginnt der Bau der Stadtmauer.
1369
Die bisher von Bessungen abhängige Kapelle in
Darmstadt wird zur selbständigen Pfarrkirche, der
späteren Stadtkirche, erhoben.
1479
Darmstadt fällt durch Erbschaft an Landgraf Heinrich III. von
Hessen in Marburg.
1526
In Darmstadt wird durch Landgraf Philipp den
Großmütigen die Reformation eingeführt.
1567
Mit dem Regierungsantritt Georgs I. wird Darmstadt Residenz
und Verwaltungssitz der Landgrafschaft Hessen- Darmstadt. Beginn
einer regen Bautätigkeit; die erste Darmstädter
Wasserleitung, die "Dreibrunnenleitung", wird angelegt.
1591
Wilhelm Dilich zeichnet die erste erhaltene Darmstädter Stadtansicht.
1622
Mit der Besetzung Darmstadts und der Landgrafschaft durch die Truppen
des Grafen Mansfeld erfaßt der Dreißigjährige
Krieg (1618-1648) auch Südhessen. 1635 sterben in Darmstadt
über 2.000 Menschen an der Pest.
1671
Landgraf Ludwig VI. beruft den Komponisten
Wolfgang Karl Briegel nach Darmstadt, der an der
1670 zum "Comoedienhaus" umgebauten Reithalle
am Birngarten wirkt. 1709/10 erfolgt der erneute
Umbau zum Operntheater, das am 17. Februar
1711 eröffnet wird.
1715
Der Kanzleibau des Schlosses brennt ab. Von der
durch Louis Rémy de la Fosse geplanten barocken
Neuanlage werden 1716-1727 nur zwei Flügel
fertiggestellt. De la Fosse errichtet ab 1719 auch
die Orangerie, von der ebenfalls nur ein Flügel
vollendet wird.
1725
Fertigstellung des Bessunger Jagdhofes.
1737
Am 4. Juni wird die erste Darmstädter Synagoge
in der Kleinen Ochsengasse eingeweiht.
1759
Ludwig Bettenhäuser zeichnet den ältesten erhaltenen
Stadtplan von Darmstadt.
1770
Landgräfin Caroline, die "Große Landgräfin", und
der Kriegsrat Johann Heinrich Merck scharen den
"Kreis der Empfindsamen" um sich, deren Treffen
u.a. auch Herder, Klopstock und Goethe beiwohnen.
1777
Errichtung des Kollegiengebäudes am späteren
Luisenplatz als Sitz der Darmstädter Regierungsbehörden.
1790
Den Darmstädter Katholiken wird am 1. Dez. die
Abhaltung eigener Gottesdienste gestattet.
1806
Für seinen Beitritt zum von Napoleon geplanten
Rheinbund wird Landgraf Ludwig X. zum Großherzog
Ludewig I. erhoben und mit Gebietserweiterungen
belohnt. Dafür sterben in den kommenden
Jahren tausende hessischer Soldaten in den
Feldzügen Napoleons, vor allem in Russland.
1.3.1810
Georg Moller wird als Hofbaudirektor nach Darmstadt
berufen. Er plant und errichtet in den kommenden
Jahrzehnten die Neustadt im Westen.
1815
Der erste Darmstädter Stadtführer erscheint:
"Philipp August Pauli, Darmstadt. Eine historische- topographische
Skizze und Excursionen in die Umgebung."
17.12.1820
Das Großherzogtum Hessen, seit 1816 um die
neue Provinz Rheinhessen erweitert, erhält am
17.12.1820 eine ständische Verfassung.
30.6.1821
Die neue Gemeindeordnung für das Großherzogtum
Hessen bringt eine Neuordnung der kommunalen Stadtverwaltung.
1835
Der Darmstädter Arztsohn Georg Büchner entzieht
sich der drohenden Verhaftung wegen revolutionärer
Umtriebe durch die Flucht nach Straßburg.
1841
Veröffentlichung des "Datterich" von Ernst Elias
Niebergall (1815-1843).
1846
Mit der Inbetriebnahme der Main-Neckar-Bahn
wird Darmstadt an das Eisenbahnnetz angeschlossen.
1848
Erbgroßherzog Ludwig (III.) bewilligt die von Landtag
und Gemeinde gestellten Forderungen nach
Presse- und Versammlungsfreiheit und nach Reformen
von Regierung und Justiz. Die revolutionären
Ereignisse in Deutschland berühren Darmstadt nur
am Rande.
26.12.1858
Bürgermeister Justus Georg Kahlert wird erstmals
der Titel "Oberbürgermeister" verliehen.
1864/65
Einführung der Adreßbezeichnung nach Straße und
Hausnummer.
1870/71
Die Truppen der Darmstädter Garnison kommen in
den verlustreichen Schlachten des Deutsch- Französischen
Krieges zum Einsatz. In der Orangerie ist
ein Lazarett eingerichtet.
15.6.1874
Einführung der Städteordnung für das Großherzogtum
Hessen, auf deren Grundlage Albrecht Ohly
zum ersten hauptamtlichen Bürgermeister Darmstadts
gewählt wird.
10.10.1877
Das bisherige Polytechnikum wird zur "Technischen
Hochschule Darmstadt" erhoben.
1888
Mit der Eingemeindung Bessungens am 1. April
hat Darmstadt erstmals über 50.000 Einwohner.
Im August nimmt das erste Elektrizitätswerk den
Betrieb auf.
8.10.1899
Einweihung der Russischen Kapelle auf der Mathildenhöhe (8. Oktober).
1900/01
Errichtung des Atelierhauses der von Großherzog
Ernst Ludwig ins Leben gerufenen Künstlerkolonie
auf der Mathildenhöhe; am 15.Mai 1901 wird dort
die Ausstellung "Ein Dokument deutscher
Kunst" eröffnet. Die zweite Ausstellung folgt 1904.
1908
Dritte Jugendstilausstellung auf der Mathildenhöhe;
Ausstellungshallen und Hochzeitsturm werden
fertiggestellt.
28.4.1912
Am 28. April Einweihung des Hauptbahnhofs.
1914
Der Ausbruch des Ersten Weltkrieges führt zum
vorzeitigen Ende der vierten und letzten Ausstellung
der Künstlerkolonie; Darmstadt zählt rund
2.000 Gefallene.
1918/19
Mit der Absetzung des letzten Großherzogs durch
den revolutionären Arbeiter- und Soldatenrat am
9.Nov.1918 wird die "freie sozialistische Republik
Hessen" ausgerufen, aus der mit der Verabschiedung
der Verfassung am 12. Dez. 1919 der Volksstaat
Hessen hervorgeht.
1920
Französische Truppen halten Darmstadt vom
6. April bis zum 17. Mai besetzt.
1923
Erste Verleihung des Georg- Büchner- Preises an
den Schriftsteller Adam Karillon und den Komponisten
Arnold Mendelssohn; letzterer bedankt sich
mit der Komposition eines Darmstadt- Liedes
("Darmstadt zum Gruß") zum Stadtjubiläum 1930.
1925
Die Arbeitslosigkeit liegt in Darmstadt weit über
dem Reichsdurchschnitt und steigt weiter an.
1930 sind 21.000 Menschen ohne Arbeit.
1929
Am 17. Nov. ziehen erstmals Abgeordnete der
NSDAP in die Stadtverordneten - Versammlung ein.
Bei mehreren Landtags- und Reichstagswahlen bis
1932 erhält die Partei jeweils über 40% der Stimmen.
1933
Bei der Reichstagswahl am 6. März stimmen 50%
der Darmstädter für Adolf Hitler. Zwei Wochen
später wird erstmals die Schließung jüdischer
Geschäfte verfügt; Zeitungen werden verboten,
Beamte entlassen, Politiker wie der Reichstagsabgeordnete
Carlo Mierendorff und der frühere
hessische Innenminister Wilhelm Leuschner verhaftet.
Der Luisenplatz heißt Adolf- Hitler- Platz.
19.5.1935
Am 19. Mai wird die erste Teilstrecke der Reichsautobahn
zwischen Frankfurt und Darmstadt durch
Adolf Hitler freigegeben; im Oktober folgt der
Abschnitt Darmstadt- Heidelberg.
1936
In Darmstadt werden die beiden Wanderaustellungen
"Entartete Kunst" und "Volk und Rasse" gezeigt.
1937
Gegen den Willen der Bevölkerung werden Arheiligen
und Eberstadt eingemeindet; Darmstadt ist
Großstadt mit 110.000 Einwohnern und ab 1938
auch kreisfrei.
10.11.1938
In der Reichsprogromnacht werden die
Synagogen in der Bleichstraße, in der
Friedrichstraße und in Eberstadt in Brand gesteckt sowie
jüdische Geschäfte und Wohnungen verwüstet.
1939
Am 1. Sept. beginnt der Zweite Weltkrieg; am
8. Juni 1940 erlebt Darmstadt den ersten von 1.567
Fliegeralarmen, am 30. Juli 1940 den ersten von
35 Luftangriffen.
1942
Vom Sammellager in der Liebigschule werden in
drei Transporten (20. März, 27. und 30. Sept.)
rund 3.000 Juden aus Darmstadt und Umgebung
nach Theresienstadt, Auschwitz und andere Lager
gebracht. Die letzten noch verbliebenen Juden
werden im Februar 1943 nach Theresienstadt
verfrachtet.
11./12.9.1944
In der Nacht des 11./12. September wird Darmstadt
durch einen Großangriff der Royal Air Force
in eine Trümmerwüste verwandelt; über 11.000
Menschen sterben, rund 66.000 sind obdachhlos.
1944/45
Im Zusammenhang mit dem Hitlerattentat vom
20. Juli werden Wilhelm Leuschner, Heinrich Delp,
Theodor Haubach, Ludwig Schwamb u.a. verhaftet
und hingerichtet oder kommen im KZ um. Auch
andere Widerstandskämpfer wie der ehemalige
Stadtrat Georg Fröba werden umgebracht.
25.3.1945
Am 25. März besetzen amerikanische Truppen die
Stadt. Ludwig Metzger wird als Oberbürgermeister
eingesetzt. Die im Sommer mit der Einrichtung der
Trümmerbahn eingeleitete Trümmerräumung der
Stadt zieht sich bis 1958 hin.
1949
Gründung der "Wiederaufbau GmbH", die in den
kommenden Jahrzehnten Betriebe der "rauchlosen
Industrie" im Westen der Stadt ansiedelt.
1950
Erstes "Darmstädter Gespräch" zum Thema
"Das Menschenbild unserer Zeit". Bis 1975 folgen
weitere zehn Darmstädter Gespräche.
1951
Das wiederaufgebaute Ernst- Ludwig- Haus wird Sitz
der 1949 gegründeten Deutschen Akademie für
Sprache und Dichtung. - Auf dem Marktplatz wird
am 30. Juni das erste Heinerfest eröffnet. - Anläßlich
des zweiten Darmstädter Gesprächs "Mensch
und Raum" werden elf Projekte namhafter Architekten
zum Wiederaufbau der Stadt vorgestellt, von
denen fünf als "Meisterbauten" zwischen 1954
und 1960 verwirklicht werden: die Frauenklinik
der städtischen Krankenanstalten, das Ludwig- Georgs- Gymnasium, das
Ledigenwohnheim in der
Pützerstraße, die Georg- Büchner- Schule und der
Kindergarten "Kinderwelt" im Hohlen Weg.
1958/59
Begründung der Städteverschwisterung mit Alkmaar
(Niederlande), Troyes (Frankreich) und Chesterfield
(Großbritannien).
3.4.1964
Am 3. April wird das Justus- Liebig- Haus auf dem
Gelände der zerstörten Altstadt eingeweiht.
1965
Der Hessentag wird in Darmstadt gefeiert.
1967
Eröffnung des Weltraumoperationszentrums für
Satellitenkontrolle (ESOC).
1968
Städteverschwisterung mit Graz (Österreich) und
Trondheim (Norwegen).
1971
Städteverschwisterung mit Bursa (Türkei); Gründung
der Fachhochschule Darmstadt (1. August)
6.10.1972
Eröffnung des Neubaus des Staatstheaters.
1973
Die Gesellschaft für Schwerionenforschung bezieht
ihr neues Domizil in Wixhausen.
1975
Der Europarat in Straßburg verleiht Darmstadt den
Europapreis.
1977
Zu Jahresbeginn tritt die Gebietsreform für Darmstadt
in Kraft. St. Stephan wird Stadtteil von Griesheim,
Wixhausen nach Darmstadt eingemeindet. -
Eröffnung des Wilhelminen- Straßen- Tunnels
und des Luisen- Centers (31. August)
1980
Anläßlich des 650. Jubiläums der Stadtgründung
erscheint ein neuer Band über "Darmstadts
Geschichte". - Der neugestaltete Luisenplatz wird
der Öffentlichkeit übergeben.
1984
Das Hessische Landesmuseum eröffnet seinen
Neubau für die Kunst des 20. Jahrhunderts (26.Mai).
Das wiederaufgebaute Pädagog wird seiner
neuen Bestimmung übergeben (1. Sept.).
1988
Begründung der Städteverschwisterung mit Plock
(Polen) am 24. September. - 50 Jahre nach der
Zerstörung wird am 9. November die neuerrichtete
Synagoge in der Wilhelm - Glässing - Straße eingeweiht.
1990
Der Orkan "Wiebke" richtet in den Wäldern um
Darmstadt "Jahrhundertschäden" an (1. März). -
Am 5. Mai wird das Museum Künstlerkolonie auf
der Mathildenhöhe eröffnet. - Beginn der Städtepartnerschaft
mit Szeged (Ungarn) und Freiberg (Sachsen).
1991
Städteverschwisterung mit Brescia (Italien) und
Saanen/Gstaad (Schweiz).
1992
Eröffnung der Darmstädter Galerie des 19. Jahrhunderts
im Haus Deiters auf der Mathildenhöhe.
1993
Darmstadt wählt als erste Großstadt Hessens in direkter
Wahl den Oberbürgermeister; die Stichwahl gewinnt
am 6. Juni Peter Benz. - Städteverschwisterung
mit Ushgorod (Ukraine) und Liepaja (Lettland).
1994
Einweihung des wiederhergestellten ehemaligen
Hoftheaters am Karolinenplatz als "Haus der
Geschichte" und des Neubaus der Stadtbibliothek
am Justus- Liebig- Haus.
8.5.1995
Enthüllung einer Gedenktafel für die in Darmstadt
eingesetzten Zwangsarbeiter während des Dritten Reichs
am Bahnhof. Enthüllung eines Mahnmals
für die Opfer von Krieg und Faschismus am Kapellplatz.
1996
Am 22. Juli beginnt die Neugestaltung des Marktplatzes, die im Frühjahr 1997
abgeschlossen ist. Das Haus für Industriekultur öffnet seine Pforten
für das Publikum (14. 12.).
1997
Nach dreijähriger Bauzeit wird in zwei Abschnitten im April und Oktober das
neue Einkaufszentrum "Carree" eröffnet. - Seit dem 13. August darf sich die
Stadt Darmstadt "Wissenschaftsstadt" nennen, die Technische Hochschule
benennt sich am 1. Oktober in "Technische Universität" um.
24.6.1998
Im vollständig sanierten Jagdschloß Kranichstein wird nach zehnjähriger
Schließung das Jagdmuseum wiedereröffnet.